„Die Frau gegen Blau“ – wie die SPD in Mecklenburg-Vorpommern Wahlkampf machte. Mit Lilly Blaudszun
Shownotes
Gast: Lilly Blaudszun, Leiterin der Kommunikation des SPD-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern und Sprecherin der Landesvorsitzenden Manuela Schwesig Host: Volker Thoms, Chefredakteur, KOM
Die SPD holte mit ihrer Spitzenkandidatin Manuela Schwesig bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern mit 35,5 Prozent ein starkes Ergebnis. Vor allem verkürzte die Partei den Rückstand zur AfD in den Wochen kurz vor der Wahl deutlich. Schwesig und ihre Wahlkampfmanagerin Lilly Blaudszun haben offenbar die richtigen Themen und die richtige Ansprache getroffen, um Wählerinnen und Wähler für ein Kreuz bei den Sozialdemokraten zu überzeugen. Schwesig hat nun gute Chancen, die nächste Landesregierung anzuführen.
Lilly Blaudszun war für die SPD die Sprecherin im Wahlkampf für Manuela Schwesig. Die 25-Jährige verantwortete neben der Kommunikation maßgeblich die Kampagne der SPD in dem nordöstlichen Bundesland. „Die Frau gegen Blau“ war ein Wahlplakat, das besonders viel Aufmerksamkeit erhielt. Was war die Idee dahinter? Darüber spricht Lilly Blaudszun im Podcast mit KOM-Chefredakteur Volker Thoms.
Außerdem geht es darum, welche Themen und Inhalte den Wählerinnen und Wählern in Mecklenburg-Vorpommern wichtig waren. Womit konnte Schwesig punkten? Welche Rolle spielten die Lebenshaltungskosten, Spritpreise und die Frage der sozialen Gerechtigkeit? Von „Social First“ als Wahlkampfstrategie will Blaudszun nicht sprechen. „Zielgruppe First“ sei das Motto im Wahlkampf gewesen. Blaudszun berichtet in dem Podcast außerdem über lange Arbeitstage, ihre eigenen Erfahrungen und darüber, was sie in diesem Wahlkampf gelernt hat. Außerdem: Macht Wahlkampf überhaupt Spaß oder ist es vor allem Stress?
Antworten gibt es in dieser Folge von „Unter eins – der Podcast für Kommunikation“.
Weitere Folgen von „Unter eins“ gibt es hier: https://unter-eins.podigee.io/
Weitere Informationen zu Lilly Blaudszun: https://de.wikipedia.org/wiki/Lilly_Blaudszun
Transkript anzeigen
00:00:03: Kommunikation.
00:00:05: Volker Thoms
00:00:06: spricht mit seinen Gästen über Strategien,
00:00:08: Cases, Fails, Medien, Politik und Meinung.
00:00:12: Und natürlich geht es um Köpfe "Unter eins – der Podcast der Kommunikationsbranche".
00:00:28: Willkommen zu einer neuen Folge von Unter Eins!
00:00:30: Mein Name ist Volker Thoms.
00:00:31: ich bin Chefredakteur des Magazins KOM.
00:00:33: Mein Gast heute ist Lilly Blaudszun.
00:00:36: sie ist aktuell Leiterin der Kommunikation des SPD Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern Und damit Sprecherin von Manuela Schwesig, die bei der Wahl Ende September mit thirty-fünf Prozent für die SPD ein sensationelles Ergebnis holte.
00:00:51: Über den Wahlkampf und politische Kommunikation sprechen wir heute.
00:00:55: Moin Lilly!
00:00:56: Moin und vielen Dank für die Einladung.
00:00:58: Sagt man überhaupt moin in Meck-Pomm?
00:01:00: Ja, moin sagt man aber moin moin sagen nur Turis.
00:01:05: das ist bei uns die Regel.
00:01:06: Wir sind hier im schönen Berlin Kreuzberg.
00:01:09: Es regnet draußen, was das Ganze noch schöner macht.
00:01:12: Was verschlägt dich denn nach Berlin?
00:01:14: Ich habe meinen Lebensschwerpunkt in Berlin und hatte ihn auch hier bevor ich nach Schwerin gegangen bin um dort den Wahlkampf zu machen.
00:01:23: Ich komme ja von den Sherpas und hab auch meine Wohnung und meine Freunde hier
00:01:28: d.h.,
00:01:28: ich bin gerne und auch viel in Berlin.
00:01:30: Die Wahl liegt von heute aus gesehen etwa drei Wochen zurück.
00:01:33: Jetzt finden Sondierungsgespräche statt, aber was resultieren die Koalitionsspreche?
00:01:38: Inwieweit bist du da involviert?
00:01:39: Also die Sondierungsgesprächen laufen derzeit und natürlich werden die jetzt gerade zum Abschluss der Sondierung gespräche kommunikativ begleitet.
00:01:49: Da werden wir dann auch vor die Presse treten und uns dazu äußern.
00:01:54: Und das ist natürlich genau mein Britt weil es sich ja hier um eine parteiangelegenheit handelt.
00:02:00: Und kommenden Montag voraussichtlich werden dann die Koalitionsverhandlungen starten, bei denen ich noch dabei bin.
00:02:07: Viele kenne dich wahrscheinlich noch aus deiner Rolle als SPD-Influencerin.
00:02:11: Ich verrate kein Geheimnis, es gibt über dich diverse Berichterstattungen und auch ein Wikipedia Eintrag.
00:02:15: Du bist fünfzehnzig Jahre alt und kennst eben Frau Schwesig schon einige Zeit tatsächlich?
00:02:21: Aber wie kam es dazu, dass sie dich gefragt hat ob du ihre Sprecherin für den Wahlkampf wirst?
00:02:25: Musste mal unterscheiden, du bist die Sprecherin für die SPD nicht für die Landesregierung und für das Ministerpräsidentenamt von Frau Schwesi.
00:02:32: aber wie kam ist dazu.
00:02:33: Ich glaube, dass an erster Stelle die Frage stand wie man eine moderne Kommunikationsleitung im Wahlkampf einsetzen und auch aufbauen kann.
00:02:43: Und da haben wir ein bisschen eine andere Struktur gewählt, als in den anderen Wahlkämpfen.
00:02:47: Also ich habe ja sowohl die Kommunikation im Wahlkampf geleitet der SPD als auch ihre Pressesprecherin gemacht.
00:02:55: oft wird das auseinander getrennt und bei uns gab es eben die Entscheidung um das aus einer Hand zu machen und natürlich auch Kommunikations noch mal ganzheitlicher zu verstehen dass das in eine Stelle sozusagen gepackt wird.
00:03:07: Und da ich seit Jahrzehnteinundzwanzig auch schon im Wahlkampf in der MV damals für Social Media tätig war, um mich jetzt in der Zwischenzeit vor allem mit Strategien und Werdings- und weiteren Kommunikationsfragen auch neben Social Media auseinandergesetzt habe, war es dann für mich auch der richtige Schritt, da noch ganzheitlicher zu arbeiten.
00:03:31: Auch wenn Wahlkampf war und das Team sicherlich ein bisschen aufgestockt worden ist, auch durch Ehrenamtliche zum Beispiel.
00:03:36: Wie groß war denn das Team?
00:03:38: Manche Leute denken vielleicht, dass wäre ein Riesen-Kampa-mäßig organisiert aber ich vermute mal in Meck-Pomm war das jetzt nicht ganz so.
00:03:44: Nee also man muss glaube ich unterscheiden.
00:03:47: als erstes gibt es natürlich eine Kampa.
00:03:48: Das ist eine Strategierunde die ihre Arbeit schon viel früher aufnimmt als draußen irgendwas von Wahlkampf zu sehen oder zu hören ist.
00:03:56: Das ist eine klassische Strategierende und dann fängt man irgendwann an, die Arbeit und die strategischen Überlegungen, die man da gemacht hat in die Fläche zu bringen.
00:04:06: Und dann habe ich ja zum ersten Ersten auch hauptamtlich angefangen.
00:04:11: also wir haben natürlich uns vorher schon Gedanken über die Kampagne gemacht aber dann am ersten-ersten hauptsamtlich.
00:04:16: und dann hatte ich hauaptamtlich einen Mitarbeiter für Social Media Und einen Mitarbeiter für Grafik und Web vor allem, der aber auch die ganzen Plakate- und Bautsonenbanne gelayoutet hat.
00:04:30: Für alle Kandidierenden.
00:04:31: Das heißt... Ich sag mal angestellt hatte ich zwei Personen in meinem Team und darüber hinaus hatte ich noch weiteren ehrenamtlichen Support zum Beispiel von einem Videografen
00:04:42: und Cutter.
00:04:42: Dann gab es noch eine Agentur in Berlin, die die Umsetzung gemacht hat und wahrscheinlich auch städtisch beraten hat.
00:04:48: Genau, wir hatten nicht eine Agentur sondern zwei.
00:04:51: Wir haben mit Pahnke und ASK zusammengearbeitet.
00:04:54: Pahnke hat die gesamte kreative Umsetzung gemacht.
00:04:57: Und ASK war vor allem strategisch beraten tätig.
00:05:02: Das heißt, wir sind da wie auch in den Jahr- und Zwanzig mit diesem Duo gegangen was für uns einfach auch super gut funktioniert hat weil Panke ja vor allem ein Fokus auf Marken hat und jetzt nicht so einen starken politischen Fokus Und deshalb natürlich auch so ein Wahlkampf anders angeht als eine klassische Wahlkampfagentur.
00:05:26: Was macht man da?
00:05:28: Das ist extrem unterschiedlich, aber an der Regel kann man sagen dass ich meistens sehr früh aufgestanden bin weil bei uns die Morgenrunden also sowohl wo dann der Stab zusammen kommt als auch die Runde wo ich mit meinem Team auf den Tag schaue spätestens um acht starten und ich natürlich vorher gerne schon gearbeitet haben will.
00:05:52: Das heißt, ich habe in der Regel sechs oder sechs Uhr dreißig angefangen zu arbeiten, hatte dann meine Morgenrunden und dann gab es selten mal Bürotage.
00:06:02: Meistens hab ich mich aber in ein Auto gesetzt und bin zu einem Termin gefahren oder einer Terminstrecke oder eben zu weiteren Abstimmung.
00:06:10: Aber das war im seltesten Fall auf jeden Fall in meinem Büro.
00:06:13: Dieser Wahlkampf könnte tatsächlich ... auch mit Blick auf die Zukunft als ein Art Best Case gelten.
00:06:20: Ich will ihn jetzt nicht zu stark bewerten, aber es lässt sich ja in den Umfragen ablesen, dass es da eine Entwicklung gab.
00:06:27: sprich Frau Schwesig und ihr habt starke Aufgeholt.
00:06:31: Landet nachher bei 35,5 Prozent.
00:06:34: ich hab's gesagt damit war der Kurz hinter der AfD.
00:06:37: nur wenn man natürlich sich umschaut was die SPD sonst für Ergebnisse holt sind thirty fünf Prozent natürlich sensationell.
00:06:44: ich hatte das so gesagt.
00:06:46: Was war euer Erfolgsrezept?
00:06:48: Ich glaube, an vorderster Stelle, dass wir sehr agil und schnell waren.
00:06:52: Also wir haben selten den klassischen Kampagnenweg gewählt sondern hatten einfach sehr viele Situationen die sehr neu waren in diesem Wahlkampf.
00:07:00: ich glaube auch das man den Wahlkampf, den wir jetzt geführt haben aber natürlich auch den Sachsen-Anhalt schwer vergleichen kann mit denen zum Beispiel Weil wir einfach ganz andere Voraussetzungen und Bedingungen hatten.
00:07:14: Darüber können wir vielleicht auch noch sprechen, also von dem Umstand dass keine Social Media Werbung mehr möglich war und man sich keiner Reichweite mehr kaufen konnte bis zu den Mobilisierungs Effekten der Sachsen-Anhalt war, von denen wir nicht wussten... was damit irgendwie passiert und wie es danach läuft.
00:07:34: Und dass wir da eben zügig, sehr kreativ und eigen darauf reagiert haben gleichzeitig aber eine sehr klare Strategie hatten.
00:07:41: also ich habe ja schon gesagt das wir uns früh überlegt haben Wie gehen wir an diesen Wahlkampf ran?
00:07:46: Was sind unsere Themen?
00:07:49: Wie wollen wir die Personenmarke auch weiterentwickeln oder sozusagen noch anders ein Szene setzen und dann darüber hinaus aber auf alles, was sozusagen reinkommt.
00:08:00: Und neu passiert einfach sehr schnell und vor allem anders reagiert haben als es jetzt vielleicht der Usus ist.
00:08:10: Hattet ihr einen Social Media Format, was besonders gut lief?
00:08:14: Also wir haben ja generell in dem Wahlkampf sehr viel mit der Farbe rot gearbeitet.
00:08:19: Also sowohl was Kleidung angingen als unsere Plakate anging aber dann auch durchgängig.
00:08:24: Eigentlich durchgengig das kann man sagen.
00:08:27: und dann aber auch das Social-Media-Studio.
00:08:29: Das war auch sozusagen sehr rot.
00:08:31: also wir haben vor allem darauf geachtet dass wir sehr reduzieren Ich sei mal sowohl sprachlich als auch vom Look her immer Bullshit wegschneiden oder weglassen.
00:08:46: Und da hat eben das Format sehr gut funktioniert, dass wir sie einfach in dieses rote Studio gesetzt haben und dann monothematische Videos gemacht haben mit direktem Zielgruppenansprache.
00:08:57: Also wir haben Videos gemacht die direkt an Lehrer-, an Eltern-, an Erstwähler-, an Frauen-, an Väter von Töchtern gerichtet waren also da wirklich sich zu trauen, dass man weg davon geht, dass sehr unterschiedliche Zielgruppen, sehr breit erreichen will.
00:09:14: Sondern eben wirklich in die direkte Ansprache zu gehen.
00:09:17: und das hat einfach auch zahlenmäßig sehr gut funktioniert.
00:09:20: Du hast gesagt ja du hast vorher für eine für eine Aventur gearbeitet da ist man automatisch integriert unterwegs.
00:09:27: Man macht indigrate Kampagne, integrierte Projekte denkt auf allen Kanälen versucht die zu verbinden mit einer Botschaft.
00:09:34: aber wenn mal an so ein Wahlkampf vorangeht ist dass jetzt heutzutage Social first.
00:09:39: Ich meine Mecklenburg-Popermann ist auch ne, sagen wir mal sehr ein Flächenland mit kleineren Ortschaften und so weiter und sofort... wo dann Medien fährt?
00:09:49: auch gar nicht unbedingt, was gar nicht genau wie die Medien genutzt werden.
00:09:52: Aber wie erreicht man die Leute?
00:09:53: Und wie habt ihr gedacht, habt ihr gesagt schon Social First oder war das alles gleichhangig?
00:09:58: Wir haben nicht Social First sondern Zielgruppe-First gesagt würde ich wahrscheinlich festhalten.
00:10:03: also wir haben natürlich Social Media Formate für die Zielgruppen genutst, die damit erreicht werden können und gleichzeitig haben wir versucht auch im Analogen und in allen weiteren Kampagnen Materialien beispielsweise Ziergruppen spezifisch zu arbeiten.
00:10:19: Wir hatten eine Erstwähler-Kampagne, den First Voters Club.
00:10:23: Da gab es so YouTube-Beutel zu.
00:10:24: Wir haben hundert und zwanzigtausend Rentnerkarten in die Fläche gebracht.
00:10:29: Das war dann ein großes Schrift und inhaltlich natürlich zugespitzt auf Themen, die eher ältere Menschen bewegen.
00:10:35: Wir hatte das Manu-Magazin, eine Wahlkampfzeitschrift, die wahrscheinlich eher an bunte und super Ilu erinnert, die auch in alle Haushalte gegangen ist.
00:10:46: nicht per se gesagt, wir gehen jetzt auf Social Media und vernachlässigen dafür anderes.
00:10:51: Sondern wir haben Social Media mindestens gleichwertig zudem gemacht was zum Beispiel in Plakate oder anderes investiert
00:10:59: wird.".
00:10:59: Ein Problem der Politik stand mit zu sein dass vieles tatsächlich aus Berlin herausgedacht wird.
00:11:04: also wird sich zu wenig orientiert an dem was sagen wir auch im kleineren Ortschaften auf den verschiedenen Bundesländern der Fall ist.
00:11:11: Und in dem Fall der Mektung, wo Vorpommern kennen die meisten wahrscheinlich von irgendwelchen Ostsee-Urlauben.
00:11:15: Man fährt nach Rügen oder nach Usendorben mal nach Kulumsporn alles sehr schön.
00:11:22: deswegen würde ich mir auch gar nicht anmaßen wollen zu wissen wie Leute da genau ticken.
00:11:26: aber was waren denn die Themen, die die Menschen da am meisten bewegt haben und wie wichtig war ein?
00:11:30: Landesthemen vielleicht zum Bund?
00:11:33: Ich glaube dass man alle Themen Ich würde sagen am meisten bewegt haben und auf die wir auch am meisten angesprochen wurden unter dem Oberbegriff Bezahlbarkeit zu fassen sind.
00:11:45: Also natürlich die Reformpolitik der Bundesregierung, die haben wir uns nicht ausgesucht aber war natürlich extrem präsent in unserem Wahlkampf Themen wie Rente Gesundheit vor allem aber auch das Thema Spritpreise.
00:11:57: es waren riesen thema bei uns.
00:11:58: also wenn ich Eines der Hauptthemen, würde ich sagen.
00:12:03: Da kam ja dann auch einen Tag vor der Wahl ein Beschluss der Bundesregierung aber all diese klassischen Themen des ländlichen Raums war ein großes Thema darüber hinaus aber auch Bildungspolitik Und damit natürlich ein klassisches landespolitisches Thema, mit dem wir uns natürlich auch viel auseinandergesetzt haben.
00:12:21: Was auch einen großen Teil in den Duellen auch eingenommen hat.
00:12:25: Also ich würde sagen die Themen-Schwerpunkte aber wie gesagt im starken Fokus auf ländlichen Raum.
00:12:32: Okay das finde ich interessant weil das Thema Tanken, Tankarbeit ist wirklich etwas populistisch.
00:12:39: Aber jetzt rein von der Problemlage her und von dem was die Menschen da weg, die wichtig war.
00:12:45: Das Thema Spritte ist ein Riesenthema gewesen.
00:12:47: Ja, auf jeden Fall und ich meine das Schlimmste... Ich fand es auch schlimm, dass keine politischen Antworten darauf gefunden werden.
00:12:57: Aber ich glaube das fragwürdigste dahinter war eigentlich, dass es sogar kein Thema mehr war zwischendurch.
00:13:03: Dass sehr viele Menschen in unserem Bundesland ... Ich hab das immer wieder aus meiner Familie gehört mit hohen Spritpreisen alleine gelassen wurden und in Berlin war das kein Thema.
00:13:13: Das wurde nicht mehr diskutiert sondern so hingenommen Dass die Menschen das Gefühl hatten, dass so eine Belastung der neue Normalzustand sein soll.
00:13:22: Das ist bemerkenswert und da war es auch immer wichtig sich klar zu dem Thema zu positionieren und es immer wieder auf die Tagesordnung zu setzen.
00:13:32: Wird das Thema soziale Gerechtigkeit hier in Berlin auch vielleicht von der Bundespolitik ein bisschen unterschätzt?
00:13:38: Ja, also wenn man sich die aktuelle Politik der Bundesregierung anschaut dann sieht man ja ganz klar dass es unterschätzt wird.
00:13:44: Weil am Ende sind ... Also wenn wir jetzt das Thema Reform nehmen Reform wichtig und ich glaube, es braucht auch welche sehr klar.
00:13:52: Aber die Reform können eben nicht darin münden, dass das einfache Kürzungsdiskussionen sind und das in der völligen Unklarheit so.
00:14:01: Es werden ja immer wieder dann irgendwelche Reformvorhaben durchgestochen, die vielleicht übermorgen gar nicht mehr gelten und es weiß eigentlich keiner gerade so wirklich was gilt.
00:14:10: Und deshalb finde ich an dieser Stelle den größten Fehler, dass es keinen Gesamtpaket gab.
00:14:18: nicht so war, dass man jetzt irgendwie sagt okay wir diskutieren soziale Gerechtigkeit als tatsächliches Gerechtigkeitsthema im Sinne von okay Leute das kann bei der Krankenversicherung nicht mehr so weitergehen.
00:14:30: Wir müssen hier einen anderen Weg gehen aber dafür lassen wir Beamte mit einzahlen.
00:14:35: also dass man sozusagen das nicht eindimensional bei denen Menschen gekürzt wird die es eh schon schwerer haben sondern dass man das wirklich ganzheitlich auch angeht
00:14:45: Verkörpert Frau Schwesig ein bisschen den Gedanken an der Landessmutter.
00:14:50: Der Landesvater, den Landesmutter-Gedanken.
00:14:52: ist das die Verbindung mittlerweile so stark zwischen dem Land der SPD und Frau Schwesi dass man das benennen kann?
00:15:00: Ja also Frau Schwesis auf jeden Fall eine Landesmütter hat eine sehr hohe Bekanntheit und Beliebtheit.
00:15:06: ich glaube bei der Bekantheit stehen wir jetzt bei achtundneunzig Prozent.
00:15:09: also egal wo man mit ihr hingeht da wird es sehr erkannt freundlich begrüßt und ich meine auch an den Beliebtheitswerten sehen wir ja.
00:15:17: Ich mein in der Direktwahl Umfrage, die jetzt mit der Wahl gemacht wurde steht sie bei einunsechzig Prozent.
00:15:23: das ist schon nichts zu unterschätzen dass das dann natürlich stark auf so einen Bonus auch einzahlt.
00:15:29: Sie hat ja auch eine also verschwesigende Geschichte.
00:15:32: Also du kennst die Geschichte sicherlich auch.
00:15:34: In dem Jahr zwanziger und zweiundzwanzig gab es die Gründung einer Klimastiftung sicherlich an Themen über das, die ihr intern gesprochen habt.
00:15:42: Wir gehen damit um.
00:15:43: Aber jetzt rein von der Wahrnehmung der Bürger.
00:15:45: Ich will das gar nicht aufrollen.
00:15:47: Von der Wahrnähmungen der Bürgerinnen und Bürger an den Wahlkampf stehen und wenn man unterwegs war, spielt dieses Thema noch eine Rolle?
00:15:53: Oder ist das möglicherweise einfach in Hintergrund geraten?
00:15:57: oder wie ist da jetzt der Stand?
00:15:58: Also ich würde sagen dass die Politik mit Blick auf Nord Stream und auch die Ukraine in großen Teilen unserer Bevölkerung anders bewertet wird als ... von Politikern, also sowohl der Bundesregierung aber auch dem Kurs zum Beispiel unserer Landesregierung.
00:16:16: Weil viele Menschen das Gefühl haben dass es ungerecht ist, dass es auf der einen Seite eben eine Unterstützung für die Ukraine gibt, die ich richtig finde und auf der anderen Seite eben bei ihnen gekürzt wird.
00:16:30: Und bei Nordsteam ist das ein ähnliches Thema.
00:16:32: Da gibt es einfach den Wunsch nach bezahlbarer Energie und das ist ja nicht nur einen Wunscht, sondern dann geht's irgendwann an existenzielle Fragen.
00:16:40: Es gibt einfach viele Menschen die sich davon erhoffen oder die davon ausgehen, dass wenn man Nordstream wieder aufmacht, dass es dann bezahlbare Energie gibt wieder und dass sie es deshalb auch befürworten.
00:16:51: Deshalb hat die AfD damit Wahlkampf gemacht.
00:16:57: Aber es ist einfach eine Illusion und deshalb hilft da, glaube ich nur Dialog zwischen der Bevölkerung und der Politik.
00:17:04: Und immer wieder zu erklären warum man das so macht.
00:17:07: Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt gab es ein Plakat von Frau Schwesig was gerade X oder Twitter ein bisschen Aufregungen versetzt hat Die Frau gegen Blau.
00:17:16: Es war ein Plakat von mehreren Motiven die hier rausgekommen sind aber das war eben das was am meisten diskutiert wurde grade eben auf Twitter in der politischen Bubble.
00:17:25: Was war die Idee dahinter?
00:17:28: Die Frau gegen Blau war ein Sonderplakat, das wir im Rahmen der Vorstellung der dritten Welle vorgestellt haben.
00:17:35: Ich glaube, die Frau gegen blau hing am Ende auf vielleicht sechs Großflächen im Land und ein paar Citylights.
00:17:42: Das war jetzt nicht die große Plakatkampagne ... Aber Plakat
00:17:46: heißt heute auch Social Media Automatisch!
00:17:48: Genau, das würde ich gerade sagen.
00:17:49: Es war natürlich PR-iger gedacht als es dann irgendwie ... ein klassischer Wirkung gedacht war.
00:17:56: Und die Idee war einfach, dass wir natürlich wussten diese Sachsen-Anhaltwahl kommt und wir wussten nicht wie das mobilisieren wird und wir wussten nicht wen es mobiliseren wird.
00:18:10: ob jetzt das bedeutet, dass die AfD noch mal massiv hoch schießt weil Menschen das Gefühl haben, dass eine andere Politik möglich ist und einen Politikwechsel durch die AfD vollendet werden kann Und so ein bisschen den, diesen Sachsen anhaltinischen Durchmarsch oder mobilisiert das vielleicht auch stark bei uns.
00:18:32: Also es war ja einfach eine völlig Unbekannte und deshalb haben wir sehr schnell gesagt dass wir ein starkes und auch sehr boldes Ich würde das jetzt mal als Stoppschild bezeichnen, da hochziehen und sagen wer nicht möchte dass diese Verhältnisse wie in Sachsen-Anhalt auch nach Mecklenburg-Vorpommern kommen der muss die Frau gegen Blau wählen.
00:18:52: Und auch das haben wir uns nicht ausgesucht.
00:18:54: aber sie ist die einzige Person gewesen die die AfD stoppen konnte.
00:18:57: ich
00:18:57: hätte ja auch nicht gewusst ehrlicherweise was nach Sachsen Anhalt kommt weil du schrieben hast Beides wäre möglich gewesen.
00:19:03: also jetzt von wegen.
00:19:04: jetzt hier ist eine Schallmauer durchbrochen.
00:19:09: starkes Wahlergebnis für die AfD und man holt das eben auch oder halt genau der Gegenteil.
00:19:13: Die Effekt, man raucht sich auf den anderen Seite zusammen.
00:19:16: Möglicherweise werden dann Stimmen noch an Verschwesig geben.
00:19:19: Auf die habt ihr ja sicherlich auch ein bisschen hofft.
00:19:20: Das war ja auch eine Kritik von CDU und von Grünen.
00:19:22: Ihr macht ihr Wahlkampf auf unsere Kosten.
00:19:25: Wo ich denn auch sagen würde, wenn jemand jetzt im Wahlkampf nicht mehr für seine eigenen Interessen und für seinen eigenen Prozente werben soll wann, wann dann?
00:19:32: Aber würdest du es im Endeffekt als gute Maßnahme bewerten oder wie ordentlich was sein?
00:19:38: Ich fand am Ende war es eine Konkretisierung der Situation.
00:19:42: Es war die Frage, wird die AfD hierfür Verhältnisse wie in Sachsen-Anhalt sorgen oder wird man wieder schwesig und die SPD schaffen dem etwas entgegenzusetzen?
00:19:53: Und deshalb würde ich sagen, ich würd's immer wieder so machen die ja auch von vor allem der CDU und teilweise bis heute noch von der CDU geführt wird, also vor allem auf Bundsebene.
00:20:07: Dass Frau Schwesig davor geworfen wurde dass sie einen egoistischen Wahlkampf macht das glaube ich absurdeste was ich in diesem Wahlkampfer gehört habe Weil wenn, also Frau Schwesig kann schon viel.
00:20:17: Aber jetzt für die anderen Parteien noch Wahlkampf mitmachen können wir ihr ja auch nicht noch zumuten und vor allem nicht in der Lage, in der es politisch so ernst ist dass er einfach überhaupt nicht klar war ob wir das schaffen können.
00:20:29: Und wir haben daran geglaubt und wir haben auch dafür gearbeitet.
00:20:32: aber da müssen wir einfach im Blick haben worum es für uns geht.
00:20:36: Das war einfach die Wahlziele der AfD zu verhindern.
00:20:40: Du hast das Wort Ernst in den Mund genommen, da werde ich mir die Kampagne der CDU im Mac-Pom anschauen.
00:20:44: Da gab es ein Fischbrötchen als zentrales Kampagnemotiv.
00:20:47: Da hatte ich ein bisschen das Gefühl, vielleicht fehlt doch ein bisschen der Ernst aber inwieweit die CDU ist rausgeflogen aus dem Landtag?
00:20:55: Wie seid ihr mit diesem Motiv umgegangen?
00:20:57: War das für euch wichtig?
00:20:58: oder habt ihr gedacht okay, dass es ja für uns dann eher ganz gut, dass das Motiv jetzt kommt?
00:21:03: Und trifft das überhaupt den Zeitgeist oder den Geist der Leute in Mac-Pomp?
00:21:07: Ist das Fischbrötchen ein Symbol für Mackenburg-Pforpommern, bei dem man sagt okay damit verbinden alle etwas.
00:21:14: Ich sehe das ja eher in Hamburg oder in Flieswig-Holstein als ein typisches und gutes Symbol aber in Mackenburger Pforpomen klar an der Küste schon.
00:21:22: Aber ich meine es geht auch relativ weit ins Inland rein.
00:21:24: also sprich das Fischt Brötchen ist mir nicht der große Winner gewesen zu sein.
00:21:29: Ich glaube, dass die Fischbrötchen-Kampagne der CDU ein klassisches Beispiel dafür ist.
00:21:33: Dass sich die CDU leider zu sehr auf Berater aus Berlin verlassen hat und zu wenig ihr eigenes Ding gemacht hat also diese Fisch brötchenkampagne.
00:21:43: ich meine alleine wenn man sich das fischbrödchen anschaut dass sie verwendet haben was ein stockfoto von zwei tausend neun Das nicht aus mecklenburg forbmann kamen Und auch der fisch da drauf war kein fisch der unbedingt bei uns heimisch ist.
00:21:54: Also selbst wenn man sagen würde okay wir machen es dann muss man Zeit auch richtig machen und sich zumindest die Mühe machen, ein echtes Fischbrötchen aus Mecklenburg-Vorpommern zu fotografieren.
00:22:04: Aber ich glaube, dass das tatsächlich Fehler eins einfach die Unernstehaftigkeit in der aktuellen Situation und der politischen Situation, in der auch die CDU war.
00:22:12: Und dann aber auch dieser Claim den sie hatten – Die Mitte ist das Beste!
00:22:18: War etwas, was viele Menschen in Mecklburg- Vorpommer gar nicht verstanden haben die normaler arbeitende Bevölkerung nicht in politischen Kategorien denkt und da auch keinen Wert drin sieht, also die wählen ja keine Partei weil sie in der Mitte ist.
00:22:33: Also das passt einfach nicht zum Land und ich glaube dass das einfach strategische Fehler waren wo ich sagen würde okay wenn man von außen auf die Kampagne drauf schaut oder Auch vielleicht losgelöst, diese Narrative mit dem Fischbrötchen und der Mitte.
00:22:48: Dann kann man das machen.
00:22:49: aber es hatte keinen Bezug zu unserem Land.
00:22:53: Es gab einfach irgendwie so ein Miss-Match.
00:22:55: dazu kamen dass die CDU... Und ich finde es wirklich schlimm, dass sie nicht mehr am Landtag ist.
00:23:00: Das muss man einmal dazusagen.
00:23:04: Schlecht für die Demokratie, da muss man nicht drum herumreden.
00:23:08: Aber ich glaube auch, dass sie den Interessen der Menschen in Mecklenburg vorpon, wenn wir nicht konsequent genug gegenüber der Bundesregierung vertreten haben, sondern da in den letzten Wochen noch Unterstützungsbriefe für Herrn Merz unterzeichnet haben während der Bundeskanzlerin eine Zustimmung von fünf Prozent in unserem Bundesland
00:23:25: hat.".
00:23:25: Der Begriff Mitte wirkt relativ ... verkopft und dem auf Berlin fokussiert, das ist eben auch ein technokratischer Begriff.
00:23:35: Aus der Politik.
00:23:36: Wissenschaft hätte ich jetzt auch nicht als einen guten Move wahrgenommen.
00:23:40: Klassische Medien, Pressesprecherinnen, Ostsee-Zeitung, der NDR, die Sperina Volkszeitung – alle sind Medien, die in Maximum Poperman schon eine Rolle spielen!
00:23:49: Inwieweit warst du damit beschäftigt?
00:23:51: Und habt ihr da eine Strategie gehabt wie ihr die klassischen Medien bedienen
00:23:54: wolltet?!
00:23:55: Ich war ja Pressesprecherin, das heißt ich war auch dafür verantwortlich die Presse an Worten zu koordinieren und zu beantworten.
00:24:03: Und habe auch die Pressekonferenzen mit ihr gemacht.
00:24:06: Natürlich ist es einfach ein Wahnsinnig... wichtiges Feld weiterhin gerade in der ländlichen Region, wo auch unsere Medien hohes Vertrauen genießen.
00:24:16: Also das Nordmagazin ist eines der wichtigsten Formate die wir in unserem Land haben.
00:24:21: dass schauen abends wahnsinnig viele Menschen und da gibt es einfach ein hohes vertrauen drin.
00:24:26: natürlich möchte man dort vorkommen und dort aus seine Botschaften setzen weil irgendwie nur auf seine eigenen Formate zu gehen.
00:24:37: Da kann man natürlich versuchen, so stark wie möglich zu sein aber die breites Zirkupel kriegt man natürlich darüber
00:24:43: Und über regionale Medien also über regionales Fernsehen und auch über regional Zeitungen?
00:24:48: Also spielten sie auch eine Rolle bei euch in der Hoffnung dass das irgendwie auch die Menschen in Mac-Pom erreicht?
00:24:54: Es gab ein sehr hohes mediales Interesse an unserer Wahl Generell.
00:25:00: schon während des Wahlkampfs waren viele auch Bundesjournalisten mit uns unterwegs, aber das hat sich natürlich extrem zugespitzt als wir dann in den zwei Wochen nach der Sachsen-Anhaltwahl waren.
00:25:11: Also da hatten wir teilweise sechzig Journalisten bei Terminen.
00:25:14: Das war schon immer ein spannendes Bild auf jeden Fall und vor allem auch internationale Aufmerksamkeit also Auch Pressekonferenzen, da waren fünftig, sechzig Auslandsjournalisten und wollten eben für ihre Medien berichten.
00:25:29: Und natürlich gibt es auch überregionale Medien ... die viele Mecklenburg-Vorpommern gelesen werden.
00:25:34: Da muss man dann differenzieren und sich anschauen, okay, welches Medium.
00:25:39: er gibt gerade aus Sicht von Mecklemburg- Vorpomern Sinn?
00:25:42: Das sind einfach so Medien tatsächlich wie die Bild, die einfach ... gelesen wird in Mecklenburg-Vorpommern und auch mitbekommen wird, wo man dann natürlich auch schaut, dass man da entsprechend mit denen zusammenarbeitet.
00:25:56: Fühltet ihr euch fair behandelt von den Medien so einer Breite?
00:25:59: Ich denke schon!
00:26:01: Also, sie wurde ja in den letzten zwei Wochen auch sehr hochgeschrieben.
00:26:04: Und da wurde natürlich ... also das ist etwas, dass auf jeden Fall zu ihr passt und da wurde nie was gesagt, wo ich nicht sagen würde, dass ich das nicht auch so sehe.
00:26:13: Und man sieht es eine herausragende Ausnahmepolitikerin.
00:26:18: Das muss man auf jeden fall sagen.
00:26:20: Und von daher kann ich mich...und würde ich mich auch nicht
00:26:23: beschweren.".
00:26:24: Du warst für die SPD tätig?
00:26:25: Ich hab's am Anfangs gesagt.
00:26:27: Vorschwese ich jetzt auch Ministerpräsidentin.
00:26:29: die der entsprechend auch ein Sprecherapparat hat.
00:26:33: Verrate kein Geheimnis, dass deinen Arbeitgeber hier in Berlin die Sherpas mag für die Landesregierung gearbeitet haben und das eben auch Wellen geschlagen hat weil den Interessenskonflikt man könnte ihn rein theoretisch sehen ihr werdet sicherlich darauf bedacht gewesen sein das ganz strikt zu trennen.
00:26:48: trotzdem hat man natürlich Berührungspunkte.
00:26:50: wie war das praktisch geregelt?
00:26:53: Naja praktisch war es so gereglt dass alle Anfragen Pressegeschichten, die einen Wahlbezug hatten bei mir lagen und alles was Regierungsgeschäft betrifft bei Andreas Tim.
00:27:08: Und da gibt es natürlich Überschneidungen in dem Sinne dass nicht alle Journalisten und Medienhäuser immer klar trennen und man sich dann natürlich also dazu kommt das man sich Dinge weiter leiden muss auch.
00:27:22: Du bist fünf zwanzig Jahre alt.
00:27:26: Wie haben dich die Menschen wahrgenommen im Wahlkampf?
00:27:30: Also ist das ein Thema für Wählerinnen und Wähler, wie Leute, die an so Stände kommen.
00:27:36: Ist diese Alterskomponente wichtig oder vorteilhaft oder nachteilig?
00:27:41: Von Wählern habe ich viel positives Feedback bekommen.
00:27:44: Das war immer super süß.
00:27:47: Die kamen dann oft und haben es auch sozusagen bemerkt, dass sie gesagt haben, wie toll das Froschwesig so ein junges Team hat.
00:27:55: Als ich angefangen habe, würde ich sagen, gab es eine kurze Phase in der ich mich natürlich auch beweisen musste.
00:28:04: Weil man muss sich vorstellen dass ich den Social Media Wahlkampf mit damals achtzehn- neunzehn Jahren gemacht hab und dann nach Berlin gezogen bin und hier natürlich ganz andere auch strategische Arbeit geleistet haben aber sozusagen mich einfach noch mal stark weiterentwickelt hat Und es im Land von auch Medien natürlich eher den Eindruck, dass es in dem Jahr ist.
00:28:28: Und sie ja diese Weiterentwicklung und das was dann passiert ist und die breitere Ausrichtung meiner Arbeit nicht so richtig mitbekommen haben – woher auch?
00:28:37: Ähm, und das hat natürlich ... Also ich würde bis heute sagen, dass ist wahrscheinlich der erste Job, in dem ich gemerkt hab, dass ich 25 bin von dem, wie es mir gespiegelt wurde.
00:28:48: Weil das glaub ich einfach auch ungewöhnlich am Anfang für viele war aber mit allen Leuten, mit denen ich zusammengearbeitet habe oder Journalist*innen, deren Presseanfragen ich bedient hab, ein gutes Verhältnis Und äh... Natürlich gibt's da Ausschläge in beide Richtungen.
00:29:09: Aber am Ende möchte ich mich da nicht beschweren.
00:29:12: Gab es etwas, was du als besonders schwierig und herausfordernd und neu wahrgenommen hast?
00:29:16: Wo dachtest du?
00:29:16: okay, das hätte mir jetzt nicht so vorgestellt?
00:29:19: An dem Job!
00:29:20: Genau an den Aufgaben...
00:29:22: Nee, ich glaube am Ende war's natürlich herausforderend dass man sozusagen also das worin ein Riesenvorteil lag, dass sich eben beides gemacht hat.
00:29:35: Wir haben ja sozusagen alles, was an Texten auf irgendwelchen Manu-Magazinen oder auf den Themenkarten das auf der einen Seite und dann Pressarbeit auf der anderen.
00:29:50: Das war natürlich vor allem... zum Schluss.
00:29:53: Und da hatte ich glücklicherweise dann auch Unterstützung aus meinem Team, organisatorisch einfach sehr herausfordernd.
00:30:00: also weil Journalistinnen wollen natürlich auch organisiert werden.
00:30:03: man braucht dann mal einen Bus der die irgendwie durch die Gegend fährt sie brauchen immer bestimmte Infos zu konkreten Terminen und so weiter.
00:30:12: das ist natürlich wenn man über Größenordnung von sechzig Journalisten bei Termin spricht und bedenkt dass sich bis Juli komplett alleine gemacht habe, natürlich schon sehr herausfordernd.
00:30:25: Also dieser organisatorische Part hinter der Pressearbeit was aber natürlich einfach auch in der kleinen Struktur zugrunde legt ja.
00:30:33: Ist Wahlkampf geil oder ist das etwas?
00:30:35: Was man...was da schon hat wie so ein Rucksack ist, ja man spielt auch den Druck die Erwartungen aus dem Bund, die AfD ist ja stark, die Wahlen in Sachsen-Anhalt lasst einen Automaus zusätzlicher Druck auf verschwesen und sicherlich auf dir.
00:30:50: Wie hast du also emotional wahrgenommen?
00:30:52: Also Wahlkampf ist deshalb eine schöne Zeit.
00:30:57: oder bei uns, weil wir ein extrem tolles Team haben auf das ich mich komplett verlassen kann.
00:31:04: Auch alle Menschen im Team von Manuela Schwiesig sind.
00:31:09: Unfassbar tolle Menschen, die extrem talentiert sind und es macht eine Riesenfreude mit ihnen zusammenzuarbeiten.
00:31:15: Und das auch in schwierigen Zeiten.
00:31:16: und dass man immer sich den Humor auch bewahrt und dass wir wirklich in jeder Situation Spaß gefunden haben auch.
00:31:25: Natürlich war der Druck brutal aber... Ich glaube, dass man sich in dem Moment einfach nicht damit auseinandersetzen darf sondern konzentriert und fokussiert seinen Job machen muss.
00:31:37: Weil hätte ich mich jetzt die ganze Zeit damit aueinandergesetzt worum es also Bigger Picture und die Sachen, die mir natürlich auch geschrieben wurden oder die mir gesagt wurden und das was einem da so entgegen gebracht wird wenn man sich das so selbst zu Herzen nimmt dann dreht man glaub ich durch.
00:31:53: Ist es denn Twenty-Four-Seven, oder hat man schon auch halbwegs geregeltes Arbeitszeit?
00:31:57: Vieles ist natürlich am Abend.
00:31:58: Das ist klar bei der Wahlkampfphase.
00:32:01: aber ist das auch zeitlich eine extreme Situation?
00:32:03: Ja also da braucht man nicht drum herum reden.
00:32:06: Da ist kein Raum für irgendetwas anderes in dieser Phase sondern man steht auf, fängt an zu arbeiten und dann geht man ins Bett.
00:32:13: Da gibt's nichts dazwischen.
00:32:17: Weiß ich nicht, dass man jetzt hier noch groß irgendwelche Hobbys verfolgen kann oder so.
00:32:20: Sondern man gibt sich dem tatsächlich einfach hin und die Zeit, die man wach ist, verbringt man mit
00:32:26: Arbeiten.".
00:32:27: Also doch ganz gut wenn das irgendwann mal vorbei ist!
00:32:30: Eine allgemeine Frage hätte ich dann tatsächlich noch... Die CDU und SPD stehen umfragen im Bund momentan nicht sehr gut da.
00:32:37: also jetzt CDU habe ich jetzt gesehen, siebzehn bis fünf Prozent SPD war es wieder bei, bei vierzehn Darf man nicht überbewerten, aber die Momentaufnahme ist eben so.
00:32:46: Trotzdem gibt es immer wieder Kandidaten bei Landtagswahlen, die doch sehr gute Ergebnisse gewinnen.
00:32:53: Also Frau Schwesig ist jetzt eine Kandidat von der SPD gewesen.
00:32:57: Gordon Schneider vom CDU in Rheinland-Pfalz, da gab's auch den Gegenkandidaten von der SPD, der eigentlich auch ganz gut abschnittet und zumindest deutlich besser als die Umfreiengebnisse im Bund.
00:33:06: Cem Möschte mir in Brand-Württemberg von dem Grünen hat auch einen sehr starken Wahlkampf gemacht und das gut abgestellten... Gibt es da irgendwas Verbindendes zwischen diesen Personen, bei denen man sagt, da kann man irgendwie daran anknüpfen über anderen Wahlen?
00:33:21: Naja das sind Menschen die ein hohes Vertrauen genießen.
00:33:24: Auch wenn jetzt zum Beispiel Gordon Schneider neu angetreten ist, ist er ja jemand der glaube ich den Menschen vermittelt hat dass sie ihn vertrauen können.
00:33:33: Ich glaube, dass es da sehr hart darum geht um welches Gefühl Politiker Menschen aufvermitteln.
00:33:40: Also fühlt man sich auch in Zeiten multipler Krisen bei denen in irgendeiner Art und Weise sicher und gut vertreten und denkt sich die Schwesigte macht das schon.
00:33:50: ich glaube das ist ein total wichtiger Faktor.
00:33:53: Und am Ende geht es hier bei allen Personen natürlich krasse Personalisierung.
00:33:59: Also es war schon bei uns in diesem Wahlkampf natürlich auch so, dass die Partei präsent war aber nicht im Vordergrund stand weil das natürlich auch um mehr ging
00:34:12: als...
00:34:13: Das würde ich sagen wir hatten das Logo Bis auf der ersten Welle, das haben wir auch einundzwanzig so gemacht.
00:34:20: Weil es darum die Personalisierung geht immer sehr präsent drauf.
00:34:24: Wir haben da jetzt nicht irgendwie die ganze Zeit das SPD-Logo versteckt und ich meine wenn man sich unsere Bildsprache und die Marke anguckt dann war's ja auch schon recht rot wie wir schon bemerken.
00:34:32: Ich mein das weiß auch hier dass Frau Schwesich SPD ist.
00:34:34: deswegen das brauchen wir noch jetzt auch nicht gehen um Holzzimmer auf dem Klamachen.
00:34:38: Abschließende Fragen noch zu dir persönlich.
00:34:40: bis jetzt hier in Berlin?
00:34:41: Wie geht es für dich weiter?
00:34:42: Also ganz persönlich geht es für mich so weiter, dass ich Montag wieder in Schwerin bin und dann wieder damit beschäftigt bin.
00:34:52: Dass Mecklenburg-Vorpommern eine gute Regierung bekommt und das alles kommunikativ gut begleitet wird.
00:34:58: Und danach werde ich mich so oder so weiter mit dem Thema beschäftigen was mir am wichtigsten ist und das ist moderne Kampagnenführung und Kommunikation.
00:35:10: Gibt es denn einen offiziellen Endpunkt, wann dein Engagement in Mac-Pom endet?
00:35:15: Ich habe ein Arbeitsvertrag bis zum dreißigsten November.
00:35:18: Wie mir sicher, wir werden noch in Zukunft viel von dir hören!
00:35:20: Wir hören schon seit Jahren viel von Dir tatsächlich im politischen Umfeld auch in der Kommunikation und sind alle sehr gespannt.
00:35:25: Das war Lilly Blaudszun.
00:35:27: Nenn ich jetzt einfach mal Wahlkämpferin aus Magdeburg-Vorpommern für die SPD.
00:35:31: Vielen Dank!
00:35:31: Vielen Dank für die Einladung!
00:35:37: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, freuen wir uns über Feedback auf den üblichen Kanälen Und darüber, dass Sie diesen Podcast abonnieren.
00:35:45: Und natürlich auch über Vorschläge
00:35:47: für Themen und für weitere
00:35:49: spannende
00:35:50: Köpfe
00:35:50: aus der Branche
00:35:51: die wir
00:35:51: einladen sollten!
00:35:54: Aktuelle Berichterstattung gibt es
00:35:55: auf com.de
00:35:57: und im
00:35:58: KOM-Magazin.
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