Wie Architektur für Unternehmen spricht. Mit Alexander Gutzmer

Shownotes

Gast: Alexander Gutzmer, Professor für Medien und Kommunikation und Leiter des Center for Corporate Architecture and Spatial Identity, Quadriga Hochschule Host: Volker Thoms, Chefredakteur, KOM

Die Headquarter von Unternehmen sind häufig markante Gebäude. Zu denken ist an das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin, die BMW-Zylinder in München oder den Apple Park in Cupertino in den USA. Medien nutzen die Firmensitze und eine Skyline wie die Bankentürme in Frankfurt gerne, um ihre Artikel zu bebildern. Die Sichtbarkeit ist hoch.

Die Corporate Architecture von Unternehmen bietet ein enormes Storytelling-Potenzial, sagt Alexander Gutzmer. Allerdings nutzten Unternehmen die Möglichkeiten zu wenig, die ihnen die Architektur bietet, weil sie nicht zu ihrem Kerngeschäft gehört.

Die Architektur und das Innendesign würden viel über die Haltung eines Unternehmens aussagen und darüber, was ihm wichtig ist, sagt Gutzmer. Für die Mitarbeiterzufriedenheit spielt die Corporate Architecture ebenfalls eine zentrale Rolle. Weshalb Architektur ein Mittel der Kommunikation ist und wie Unternehmen über sie sprechen könnten, beantwortet der Professor der Quadriga Hochschule und KOM-Autor in dieser Folge von „Unter eins“.

In KOM beschreibt Gutzmer in einer Serie regelmäßig markante Beispiele der Corporate Architecture von Unternehmen wie Roche in Basel, Weleda in Schwäbisch-Gmünd oder Schwarz Digits bei Heilbronn. Die Beiträge sind online abrufbar: https://www.kom.de/person/alexander-gutzmer/

Transkript anzeigen

00:00:03: Kommunikation.

00:00:05: Volker Thoms spricht mit seinen Gästen über Strategien, Cases,

00:00:09: Fails, Medien, Politik und

00:00:11: Meinung.

00:00:12: Und natürlich geht es um

00:00:14: Köpfe!

00:00:19: Unter Eins

00:00:19: – der Podcast der Kommunikationsbranche.

00:00:28: Willkommen zu einer neuen Folge von untereins Der Podcast für Kommunikion.

00:00:32: Mein Name ist Volker Thoms Ich bin Chefredakteur des Magazin KOM.

00:00:36: Mein Gast heute ist Alexander Gutzmer, er ist Professor für Medien und Kommunikation an der Quadriga Hochschule.

00:00:41: Und damit ein Kollege.

00:00:42: Er leitet dort das Center for Corporate Architecture in.

00:00:46: KOM hat er eine eigene Serie, die sie mit dem Thema beschäftigt und ganz nebenbei war Alex der erste Chefredakteur des Pressesprecher.

00:00:52: Gehend Vorgänger, Magazin von KOM.

00:00:55: Hallo Alex!

00:00:56: Hallo Volker

00:00:59: Wir reden über Corporate Architecture, ein Thema, mit denen du dich intensiv beschäftigst.

00:01:03: nimm uns doch mal mit was genau verbirgt sich dahinter?

00:01:06: Also wenn man sich einfach macht, kann man sagen Corporate Architecture ist einfach immer.

00:01:11: dann liegt immer dann vor, wenn Unternehmen für sich selber bauen.

00:01:13: Das ist natürlich sehr breit.

00:01:14: bisschen präziser würde ich sagen, Corporate architecture beginnt dann, wenn Unternehmens für sich selbst bauen und dabei versuchen die eigene Identität in irgendeiner Weise mit zu reflektieren, zu überlegen wer sind wir eigentlich?

00:01:26: Was brauchen wir folglich für Räume?

00:01:28: Letzten Endes würde ich sage, Corporated Architecture ist eine Antwort auf die Frage wie können Unternehmen über sich selber sprechen ohne zu sprechen?

00:01:35: Corporate Architecture formuliert eine Aussage über Unternehmen, darüber wie sie sein wollen.

00:01:40: Wie Sie auch mit ihren Mitarbeitern umgehen wollen?

00:01:42: Wie sie produktiv werden wollen?

00:01:43: Du

00:01:43: bist ja auch Professor für Kommunikation und Medien.

00:01:47: Welche Art von Storytelling ist denn mit Architektur- und Gebäuden möglich?

00:01:52: also wie kann man das für sich kommunikativ benutzen?

00:01:56: Also zunächst mal kommuniziert Architektur sowieso.

00:01:58: Sie kommuniziert nämlich die Haltung, die hinter dem Unternehmen steht sozusagen zumindest wenn bewusst gebaut wird.

00:02:03: in der Corporate Architecture zeigt sich wie ein Unternehmen sich selber versteht, wie es arbeiten möchte, wie sie aussehen möchte welches Images auch nach außen transportieren möchte.

00:02:14: das Problem ist dass passiert häufig noch nicht besonders strategisch.

00:02:17: Also diese Überlegung sozusagen, was sage ich eigentlich über mich selber aus?

00:02:21: Wenn ich dieses oder jenes Bürogebäude mir selbst hinstelle.

00:02:24: Findet noch zu wenig statt.

00:02:26: das heißt ich glaube die kommunikative Kraft in der Architektur liegt nach außen aber auch in Richtung der Mitarbeitenden wird von vielen Unternehmen noch nicht in dem Maße gesehen wie es gesehen werden könnte unabhängig davon dass ist natürlich schon immer auch herausragende Beispiele von Corporate Architecture Gap und auch heute gibt.

00:02:42: Ist das nicht ein bisschen ein Nischenthema?

00:02:43: Weil die meisten Unternehmen haben einen Hauptstandort, einen Headquarter.

00:02:47: Das ist möglicherweise bekannt aber der normale Medienkonsument sieht und erfährt ja von den Gebäuden von der Architektur eigentlich erst mal wenig außer Blätter durch die Vögel-Tunks von großen überregionalen Zeitungen.

00:03:02: Also zunächst mal sieht er sie ja.

00:03:04: Nehmen wir mal jetzt ein prägnantes Beispiel BMW Headquarter in München.

00:03:10: Es ist ein total ikonisches Gebäude.

00:03:11: Das wird von vielen, vielen Menschen jeden Tag gesehen.

00:03:14: Jeder der sich mit BMW beschäftigt kennt wahrscheinlich das Gebäudee.

00:03:17: Jeder durch München fährt kennt es Gebäuden.

00:03:20: Also das heißt dieses Gebäuge ist zu sehen und jeder Mitarbeiter natürlich kennt es auch weil da drin eben gearbeitet werden.

00:03:27: In dem Sinne ist es überhaupt kein Nischen Thema.

00:03:28: Es wird nur als Nischen-Thema kommunikativ behandelt.

00:03:31: Das halte ich aber für einen Fehler.

00:03:32: Es gibt noch mehrere Beispiele.

00:03:33: BMW ist ein sehr markantes Beispiel.

00:03:36: Siemens in München kennen auch viele, Wittelsbacher Platz heißt das.

00:03:41: Du hast ja eine große Affinität zu Bayern als ich hier in Berlin.

00:03:45: Axis Springer in Berlin, das Hochhaus ist sehr markant, der Neubau genauso.

00:03:49: Ich war vor einiger Zeit in Wetzlar bei Leica.

00:03:53: Auch da haben die ein Gebäude hingestellt was sich an einem Objektiv orientiert also sehr rund angelegt ist.

00:03:59: doch wenn man solche markanten Gebäuden nicht hat Das trifft ja auf die meisten Unternehmens zu.

00:04:04: Die haben dann einen Neubau mit einer vielleicht ganz gut aussehenden Glasfassade in Berlin-Mitte, München und Düsseldorf wo auch immer.

00:04:13: aber sie haben eben nicht diese ikonischen Bauten, die für sich sprechen.

00:04:18: Wie kann man daraus eine Story generieren?

00:04:20: Also zunächst mal will ich ein Schritt zurückgehen und sagen Auch die durchschnittlichen Gebäude in denen diese Unternehmen sitzen waren ja ne Wahl.

00:04:28: Da würde ich halt sagen, überlegt euch bewusst ob ihr wirklich in Gebäude einziehen wollt von denen alle merken das sagt so überhaupt nichts über euch aus.

00:04:37: Weil diese Wahl sagt nämlich auch was aus und das ist oft nicht das was Unternehmen sagen wollen.

00:04:42: Ich suche mir irgendein Bürogebäude weil es halt irgendwie gut erreichbar ist.

00:04:46: Das reicht halt nicht.

00:04:46: Das sagt ja nix übers Unternehmen aus.

00:04:48: aber ganz grundsätzlich haben wir gerade in der Architektur eine große Tendenz zur Umnutzung was auch gut ist.

00:04:53: also das heißt man baut nicht immer den Neubau auf der Grünen Wiese, sondern man arbeitet mit dem Bestehenden und das auf intelligente Weise.

00:05:00: Das heißt über eine konsistente Materialwahl, über ein konsistentes Interior kann man durchaus auch viel über einen Unternehmen erzählen.

00:05:10: Man muss irgendwie den Mut dazu haben und man darf nicht den Fehler machen allzu schnell sag mal bestehende Design Trends aufzuspringen.

00:05:17: ich sage mal vor zehn Jahren wollten alle irgendwie sein wie Google also hat jedes Unternehmen sich ein Kröckeltisch ins Zimmer gestellt was im Zweifel nicht zum Unternehmen passt und auch nicht genutzt wurde.

00:05:26: Ich glaube eine ernsthafte solide Recherche wer sind wir eigentlich, wer wollen wir sein indem man das Management befragt wo man aber auch Mitarbeiter befragt als Basis zu nehmen, um daraus eine konsistente Designstrategie abzuleiten.

00:05:40: Das ist glaube ich ein guter Move!

00:05:42: Ganz konkretes Beispiel Volker wir kennen es selber die Quarriere Hochschule selber in Berlin sitzt ja im Gebäude das eigentlich in neunzigern Jahren gebaut wurde aber jetzt keine architektonische Megaperle ist.

00:05:53: aber durch den Innenausbau und durch eine bewusste Interventionen indem wir uns einen Kaffee gegeben haben, indem wir mit Kunst gearbeitet haben, da haben wir dem Gebäud ganz viel Charakter eingehaucht.

00:06:05: Nach meinem Eindruck funktioniert das auch sehr gut.

00:06:06: Es funktioniert auch bei unseren Studierenden sehr, sehr gut die sagen aha jetzt verstehe ich erstmals wie die Verriege eigentlich tickt.

00:06:12: Klingt ein bisschen nach einem schönen Werbeblock für unseren Arbeitgeber.

00:06:15: aber ja ich sitze hier in einem relativ gut anzusehenden leicht grün angehauchten Podcaststudio.

00:06:20: ist schon was dran.

00:06:22: Aber du kommst recht viel rum und schreibst dir eine Serie für uns.

00:06:25: welche Stories welcher Architektur findest du sehr gelungen?

00:06:30: Und aus welcher lässt sich passende Story ableiten.

00:06:34: Was sind für dich hier gute Beispiele, also Best Cases?

00:06:37: Storytellingpotential bietet jede bewusste Art von Architektur.

00:06:40: immer da wo vorher sich Gedanken gemacht wurde ist es eine Story die man erzählen kann die Wirtbus von den Unternehmen noch nicht gut genug erzählt?

00:06:47: ich finde tatsächlich von dir erwähnte Axel Springer Campus ist ein sehr gutes Beispiel und zwar das Neugebäude wie auch das alte Gebäude weil das ganz viel über die Historie des Springerverlages und seine Eingebundenheit auch in die Stadt Berlin erzählt.

00:07:03: Nehmen wir uns noch mal die Topografie davon, ja?

00:07:05: Die alten Hochhäuser von Springer logischerweise auf der Westseite das neue Gebäude, der neue Campus ganz bewusst im Alten Ostberlin sozusagen.

00:07:13: Auf der anderen Seite der Mauer, die dort jetzt nicht mehr steht.

00:07:15: Das illustriert natürlich eine Eingebundenheits-Springers in die... ...in die Stadt ganz abgesehen davon dass der neue campus auch sehr viel über die Transformation des Unternehmens aussahlt.

00:07:25: aber es gibt auch andere gute Beispiele.

00:07:27: ich sage mal Roch in Basel ist ein gutes Beispiel.

00:07:30: Er war auch in unserer Komfolge, hat mir sehr gut gefallen.

00:07:34: Ein weiteres schönes Beispiel wird in Kündelsau da die Anlage des gesamten Campus und die Integration von großformatigen Kunstwerken, auch da ganz viel über das Selbstverständnis von Reinhold Wirt und von diesem Unternehmen aussagen weil das Thema Kunst für Wirt einfach eine ganz große Rolle spielt.

00:07:52: aber es gibt auch international super Beispiele.

00:07:55: diejenigen die mal In Mailand sind, den würde ich dem Besuch des Pirelli Towers empfehlen.

00:07:59: Ein ganz tolles Stück Historischer Corporate Architecture.

00:08:03: aber selbst auch in New York können wir Corporate architecture sehen.

00:08:07: die New York Times hat sich ein tolles neues Hochhaus gegeben von Renzo Piano.

00:08:10: also wenn man mal mit dem Blick corporate architecture durch die Städte der Welt fährt findet man an allen Ecken und Enden wirklich interessante Beispiele.

00:08:17: Aber ist das nicht alles sehr teuer?

00:08:19: Ich meine die Beispiele die wir jetzt ja auch führen dass sind Leute teilweise privat viel Geld reinstecken, in die sich Kunstwerke leisten können.

00:08:27: Die da auch vielleicht ein Händchen für haben, die daraus auch einen Geschäftsmodell teilweise noch generieren.

00:08:32: oder ein großer Pharmakonzern der weltweit aktiv ist hat natürlich auch entsprechend Kapital um Gebäude interessantes zu gestalten und teure Architekten anzuheuern.

00:08:42: wenn ich das Geld nicht habe wird es schwieriger oder?

00:08:44: Dann wird es natürlich schwieriger.

00:08:45: Grundsätzlich ist Architektur etwas, was Geld kostet.

00:08:48: Das stimmt.

00:08:48: Es ist nichts, was man kostendurch hinbekommt aber wie gesagt ich glaube das durch Interventionen im Kleinen auch durch maßvolle Eingriffe durchaus... sozusagen Sinn gestiftet werden kann.

00:09:00: Nimm mal mal Serviceplan in München, die haben ein neues Gebäude gebaut und sie gar nicht zu hundert Prozent selber nutzen aber was trotzdem eine ganz interessante und auch kraftvolle Architektursprache findet.

00:09:13: Andere Beispiele auch aus Paris.

00:09:14: da hat gerade ne Werbeagentur im Grunde genommen eine Ruine sich gesichert sozusagen der Space World und sonst wahrscheinlich.

00:09:21: Und haben die zu einem spannenden Bürogebäude umgebaut, also eigentlich nur kostet was natürlich.

00:09:26: aber ich glaube wenn man diese Kultur des Umbau ernst nimmt dann kann man auch mit größeren oder kleineren Interventionen in jedem Fall etwas erreichen.

00:09:34: Wichtig ist auch immer sozusagen tatsächlich die konsistente Kommunikation über das Projekt, auch über den bestehenden Kostenrahmen.

00:09:39: Da muss man halt sagen wir hatten nicht so viel Geld und deswegen haben wir uns auf bestimmte Maßnahmen beschränkt.

00:09:44: Aber wie gesagt genau da finde ich harb als bei vielen Unternehmen.

00:09:47: irgendwie tun sich Unternehmen schwer mit und über Architektur zu sprechen weil es nicht der Kerngeschäft ist.

00:09:51: Anders als was war eine Umfrage gemacht unter kommunikatoren, seventy-fünf Prozent sagen in die Unternehmenskommunikation sollte in die Planung von Corporate Architecture eingebunden werden aber es passiert relativ wenig.

00:10:03: Warum passiert das relativ wenig?

00:10:05: Ich

00:10:05: glaube, es waren insgesamt sogar noch mehr als seventy-fünf Prozent die es gesagt haben.

00:10:08: Es passiert deswegen relativ wenig und zwar gerade auch in Großunternehmen passiert es vergleichsweise wenig weil sie haben halt eine eigene Bauabteilung und die ist oft einfach nicht in der Kommunikation angedockt.

00:10:17: Das hat also organisatorische Hintergründe.

00:10:19: In jedem Fall ist es tatsächlich falsch denn die Kommunikatoren sagen ja wir wollen eingebunden werden Wir werden aber nicht eingebundet und das glaube ich hat viel damit zu tun dass lange gar nicht verstanden wurde Architektur so zentral ist.

00:10:34: Für die für das Selbstverständnis und für die Kommunikation des Selbstverständnisses von Unternehmen, denn wer sind denn die Experten?

00:10:40: Für genau das für das selbstverständnis von Unternehmen auch fürs Stakeholder Management.

00:10:46: Unser Verständnis von Unternehmenskommunikation ist ja sehr stark Stake holder getrieben.

00:10:50: Und wo sind denn Orte?

00:10:51: Wo treffe ich dann auf Stake Holder?

00:10:53: Wie kann ich denn den Austausch mit Stakeholders, auch mit externen Stakeholdern orchestrieren?

00:10:57: Das kann nicht über Architektur.

00:10:58: Das heißt die Plausibilität dass die Unternehmenskommunikation eingebunden wird ist eindeutig da.

00:11:03: aber wie die Umfrage gezeigt hat dann muss noch viel passieren.

00:11:07: wir werden ja die umfrage in zwei Jahren wieder machen.

00:11:10: und wenn mir auch genau diese frage widerstellen wie start seid ihr eingebundet?

00:11:13: und ehrlich gesagt hoffentlich ist dann die Zahl derer, die heute schon eingebunden sind ein bisschen höher und zwar ganz ganz früh eingebundet sind.

00:11:20: Nicht erst am Ende wenn es um Farbwahl und so was geht sondern wirklich da wo es um Standorte geht, wo es darum geht wie wollen...wo und wie wollen wir uns als Unternehmen nach außen zeigen aber auch noch innen zeigen?

00:11:31: Auch den Mitarbeitern gegenüberzeigen.

00:11:33: Sie ist eben wirklich...architektur ist gerade für die interne Kommunikation ein ganz wesentliches Tool.

00:11:37: Aber hast du das Gefühl da passiert mehr?

00:11:39: also meine Wahrnehmung ist dass Ja, sehr viele Unternehmen auch aufgrund von Corona unglaublich viel investiert haben in ihre Räumlichkeiten.

00:11:48: Auch in ihren Campus so heißt es ja häufig mittlerweile.

00:11:51: In ihre Restaurants ist wie ein umfangreicher Gemeinschaftsflächen gebaut.

00:11:57: ServicePanis ist ein gutes Beispiel dafür.

00:11:58: die haben dann riesiges oranges Sofa unten im Gebäude Dass natürlich dazu dienen soll, dass auch Menschen mal drauf sitzen und das lässt sich bei vielen Unternehmen zeigen.

00:12:09: Sprich entsteht da jetzt ein Bereich der eben auch in einer Kommunikation eine größere Rolle spielen wird in der Zukunft also.

00:12:17: mit anderen Worten registriest du eine positive Entwicklung aus deiner eigenen Sicht her?

00:12:21: Ich glaube, dass den Unternehmen ein Umdenken stattfindet.

00:12:24: Das hat viel auch mit den Learnings aus Corona zu tun.

00:12:27: In Coronazeiten war erstmal der Spirit Ask super.

00:12:29: die Leute arbeiten hier alle von zu Hause.

00:12:31: wir können Bürofläche abbauen.

00:12:33: man hat sich dann auch von vielen schlechten Büro Flächen getrennt und sofern würde ich sagen das war vielleicht gar nicht mal schlecht.

00:12:37: jetzt aber merken die Unternehmen Wir wollen nur Homeoffice funktioniert nicht, glaube ich auch tatsächlich.

00:12:43: Ich glaub es braucht dann eine Mischung.

00:12:45: Das heißt wir wollen durchaus auch ne Präsenzkultur haben.

00:12:47: aber der Begriff der Kultur ist hier wichtig.

00:12:49: Präsenskultur erzeuge ich nicht indem mich einfach per Ordnung und Mufti sage so ab jetzt gibt's nur noch ein oder kein Homeoffestag.

00:12:55: Ich muss den Mitarbeitenden ne Story bieten, ich muss ihnen Angebote machen, ich muß sie locken durch einen spannenden interessanten für sie inspirierenden Ort.

00:13:05: Ne Ort von dem sich auch glauben... Ich kann da meinen Job besser machen als zu Hause oder bestimmte Elemente.

00:13:10: Das heißt, ich brauche Orte die kreativitätsfördernd sind und die innovationsfördernt sind, die den Mitarbeitenden sagen hier habt ihr Sachen.

00:13:18: Hier habt ihr eine Infrastruktur.

00:13:19: Ihr habt aber auch architektonische Reibungspunkte, die ihr so Zuhause eben nicht habt.

00:13:23: Und das fühlt euch hier also im Office sozusagen stärker inspirieren.

00:13:27: Das glaube ich merken Unternehmen gerade die Schlagkraft der Architektur um Mitarbeiter wieder ins Büro zu holen.

00:13:33: Deswegen glaube ich entstehen jetzt gerade so diese ganzen Campusanlagen, also die Ganzen.

00:13:38: Also bestimmte Unternehmen machen das ja.

00:13:40: Ich fahre dabei Schwarz-Digits beispielsweise auch für die COM Serie.

00:13:44: Die haben sich gerade in Campus gegeben der wirklich vieles vieles richtig macht.

00:13:48: Was genau machen sie richtig?

00:13:50: Sie haben verstanden glaube ich wie ihre Mitarbeitenden ticken Wie sie auch arbeiten und haben sozusagen für diesen Kreativitätsprozess.

00:13:57: Es ist so ein Wunsch um eine IT-Schmiede sozusagen Kreativitätsprozesse, der bei solchen neuen Lösungen immer mit eine Rolle spielt.

00:14:05: Haben Sie ein ganz gutes Umfeld geschaffen?

00:14:07: Mit viel Begegnungsflächen, viel auch architektonischen Kontrapunkten und mitten im bewusst gesetzten Grün.

00:14:14: Wir haben in einem Office gesessen, wo man die ganze Zeit auf so einen ganz intensiv begrünten Innenraum geblickt hat.

00:14:22: Und da konnte man sich gut vorstellen wie die Mitarbeitenden arbeiten.

00:14:26: Du hast Meeting, merkst aber ich brauche vielleicht nochmal Ein bisschen frische Luft.

00:14:29: Ich muss eine neue Inspiration für das Meeting hören, dann kann ich eben in diese bewusst gesetzte Grünfläche gehen und danach das Meeting weiter machen.

00:14:36: Da schien mir so einfach die Art wie Mitarbeitende arbeiten ganz gut verstanden zu sein und freuen mich umgesetzt zu

00:14:42: sein.".

00:14:43: Gibt es für dich international so eine Art von Benchmark?

00:14:46: Also was ist das State of the Yard, gibt es da irgendein Unternehmen.

00:14:49: Ich denke jetzt an ein oder zwei Tech-Unternehmen die riesige Gebäude haben, die super markant sind.

00:14:56: Also Unternehmen, bei denen du sagst das ist jetzt wirklich extrem raffiniert und gut wie ihr's gemacht habt.

00:15:01: Naja man hat dann natürlich schon schnell immer die Tech Companies in Cupertino Im Kopf, Cupertino ist ja eine seltsame Unortgänge.

00:15:09: Das ist ja gar keine Stadt.

00:15:10: Es ist ja auch bewusst nicht in San Francisco.

00:15:12: aber diese Campusstrukturen die Google, Apple und Facebook sich gegeben haben oder Meta sind schon sehr interessant gerade auch in ihrer Unterschiedlichkeit.

00:15:20: Bei Apple kennen wir dieses Norman Foster Raumschiff.

00:15:24: Perfekte Rundheit sieht ein bisschen aus wie ein Apple Produkt.

00:15:27: sehr stylisch, sehr designt passt sehr gut zu Apple Ist natürlich zugleich sehr monumentar sozusagen wie so eine gebaute Ikone.

00:15:36: andersrum, arbeitet Google ja ganz anders.

00:15:38: Das sind kleinteiligere Strukturen, das ist ein bisschen offener und es passt vielleicht besser zu Google.

00:15:43: Übrigens, stichwort Google, da fällt mir noch einen... was Google in Deutschland macht, ist ja ganz interessant, speziell in München!

00:15:49: Google baut ja in München die Arnulf-Post um, ein historisches Gebäude aus den zwanziger Jahren hat also im Wunder eine ganz andere Raumstrategie als Inkupertino.

00:15:57: Sagt also bewusst wir wollen in Münchner nicht Neubau machen sondern wir wollen mit einer bestehenden Struktur arbeiten und die transformieren.

00:16:04: das heißt das Unternehmen Google an der Stelle hat durchaus einen Sinn auch für gebaute Traditionen und für die Spezifik der Stadt.

00:16:11: in dem Falle der Stadt München gibt

00:16:12: es wenn Studien oder Frage nach deinem Bauchgefühl.

00:16:15: Das Gebäude und Architektur will ich zu einem Kriterium werden, warum sich Bewerber- und Kandidaten für einen Arbeitgeber entscheiden?

00:16:23: Dass man sagt, das ist natürlich nicht der einzige Grund, aber dass es eine Beeinflussung hat.

00:16:28: Man möchte in Berlin Mitte arbeiten in diesem Gebäud.

00:16:31: Und wenn man das Gefühl hat, man ist dann irgendwie auch ein bisschen am Nabel der Welt.

00:16:34: Meine Studie hat jetzt nicht das explizit gefragt, sondern hat zumindest diese Rückkehrkultur hinterfragt oder so gefragt.

00:16:39: Hat Architektor das Potenzial ... die Mitarbeitende zurück ins Office aus dem Homeoffice zu bringen.

00:16:45: Und da kam zumindest raus, dass die Verantwortlichen gesagt haben diese Potenzialheit ist definitiv und wenn wir das mal ausweiten auf das Thema auch der Bewerber... Da ist mir jetzt nicht eine Studie bekannt könnte man aber tatsächlich machen.

00:16:55: Bewerbe haben ja eine große Unsicherheit und wir wissen, dass Unternehmen in Transformationen oft relativ diffuses Bild bieten.

00:17:02: also wer ist überhaupt das Unternehmen bei dem ich mich hier bewerbe?

00:17:05: Das erste was ich von den Unternehmen sehe Klar sind auf der einen Seite die Personen, mit denen ich den Bewerbungsprozess durchlaufe.

00:17:12: Für die ist das Thema Vertrauenaufbau im Übrigen auch sehr wichtig.

00:17:15: aber das zweite sind eben dann auch die Gebäude, sind die Standorte.

00:17:19: sozusagen sind die erste Maßnahme des Vertrauensaufbaus und nicht da schon eine gewisse Lesbarkeit ein gewisses Gefühl für das Unternehmenentwickler dann für das.

00:17:27: Mit Sicherheit dazu dass ich mich um Zweifel eher für dieses Unternehmen entscheide Auch deswegen weil Das Investment in Architektur ja immer eine Langfristmaßnahme ist, immer ein Commitment darstellt.

00:17:37: Nehmen wir mal nochmal das Beispiel Roche im Basel.

00:17:39: Dieses Unternehmen hat sich da einen Campus mit zwei ikonischen Hochhäusern gegeben und sagt damit auch Wir glauben dass wir langfristig in Basel bleiben weil wir haben es für uns gebaut.

00:17:50: Das heißt ich als Bewerber kann mir dann einigermaßen sicher sein, dass mein Arbeitsplatz auch künftig noch in Basel bleibt.

00:17:56: Das ist ganz praktisches Vertrauensaufbau.

00:17:58: Stimmt das habe ich auch mal positiv registriert bei der GEA Group in Düsseldorf zum Beispiel.

00:18:03: Ein relativ unstandbares Unternehmen für lange Zeit jetzt im DAX und die haben auch ein neues Gebäude gebaut in Dseldorf was natürlich für einen Maschinenbau-Technikunternehmen Ist.

00:18:13: auch ein Statement ist okay, wir bleiben hier und wir glauben an den Standort.

00:18:16: Und Bayer Soft hat meiner Meinung nach in Hamburg auch mal damit geworben.

00:18:19: Wir sind in Hamburg und bleiben hier haben ja auch ein relativ neues Gebäude was auch einiges her macht um das Mal hier einzuordnen zu bewerten.

00:18:26: Nehmen wir mal das große Bild von von Architektur.

00:18:29: es gibt hier auch Städte die jetzt sagen wir unter dem Transformationsdruck bzw der Krise vor Unternehmen leiden.

00:18:35: Du hast dazu in der FHZ etwas publiziert einem Beispiel Wolfsburg, wo natürlich ein Konzern also Volkswagen die Stadt maßgeblich prägt.

00:18:43: Der Konzert ist in der Krise.

00:18:45: Ist es jetzt schon klar dass Stellen abgebaut werden möglicherweise auf Standorte geschlossen werden?

00:18:49: Was wird daraus für solche Städte wie Wolfsbrück und wir können auch Stuttgart nehmen, wo ja auch verschiedene Unternehmen an großen Krisen sind.

00:18:56: Wo sich die ganze Stadt verändern muss?

00:18:58: was wird das für die Stadt bedeuten?

00:19:00: Also jetzt wären wir dann Städter leben, die dann noch drohloser sind als sie heute sind?

00:19:06: Ich bin erst ein Vertreter der These, dass unsere Städte immer hässlicher werden.

00:19:10: Das sehe ich so nicht!

00:19:11: Das ist ein bisschen eine Lieblingsphilitontease.

00:19:14: Ich glaube das nicht.

00:19:15: Ich denke, dass gute Architektur auch immer transformationsfähig ist und im Übrigen die Wirtschaftsstruktur einer Stadt ablesbar macht.

00:19:22: Das Beispiel von Wolfsburg Was schwierig ist, weil die Stadt eben sehr stark am... wie man sagt ja immer nicht.

00:19:29: Wenn VW einen Schnupfen hat kriegt Wolfsburg eine Grippe.

00:19:32: jetzt hat VW ne Grippe kann sich überlegen was das für Wolfsbrück bedeutet?

00:19:35: Also natürlich geht eine Krise auch räumlich nicht an der Stadt vorbei.

00:19:39: auf der anderen Seite wird es künftig ja auch ein Volkswagen Konzern geben.

00:19:43: da sieht vielleicht anders aus und das muss dann wiederum auch architektonisch gespiegelt werden.

00:19:46: Was in Wolfsbruck ja das Interessante ist wirklich die Autostadt.

00:19:50: Die Autostatt als erstes Beispiel von von einem Pavillon Park in dem unterschiedliche Gebäude den Spirit unterschiedlicher Marken repräsentieren wie so ein reiner Showcase.

00:20:00: Diese Logik, ja?

00:20:02: Ein Haus was nur ausschließlich als Show-Pavillion besteht kann sein dass diese ein bisschen an ihr Ende gekommen ist das man also originären Prozess und das Schaubild eines Unternehmen sozusagen stärker miteinander verzahnt.

00:20:16: aber klar ganz grundsätzlich wird die Krise auch räumlich weder an Wolfsburg noch Noch an Stuttgart vorbeiziehen.

00:20:23: Aber

00:20:23: ich könnte mir noch sagen, die Autostadt ist ein Grund um nach Wolfsburg zu fahren und sie könnte auch noch bestehen bleiben ohne dass Volkswagen da so stark ist wie es jetzt der Fall ist weil wenn man das ein bisschen vom Das Auto spielt ja weiterhin eine Rolle für für Wolfsburger in der Zukunft Und deswegen gibt es hier einiges zu sehen als wird investiert.

00:20:41: Es ist einer Meinung nach interessante hergerichtet.

00:20:43: Das liegt da an dem Mittelland Kanal ganz ganz schön am Bahnhof.

00:20:47: Also das könnt ihr auch für die Stadt darüber hinaus einen Grund sein.

00:20:49: ... um weiterhin Leute zu sich hinzuziehen.

00:20:52: Das sind diese Städte, die sich als Gedanken machen... ...um so eine Nachnutzung.

00:20:54: also sprich das Urgebiet ist ein sehr prominent Zeilverein oder Landschaftspark in Duisburg zum Beispiel,... ...weil das wären ja möglicherweise sehr viele Industriebeauten freistehen!

00:21:03: Zeichnetzäufer ein ist ein gutes Beispiel.

00:21:04: Da hat man ja auch eine Nachnutzung gefunden, eine architekturisch sehr intelligente Nachnitzung von OMA des Architekturbüro von Femm-Kohlhass.

00:21:12: Also Architektur ist immer transformierbar.

00:21:15: also Architektor darf man sich nicht vorstellen als hier steht ein Gebäude und das hat einen Zweck und wenn der Zweck obsolet ist dann muss man das Gebäudere abreißen.

00:21:20: Man kann mit Gebäuden wenn man gute architektonische Pläne hat immer arbeiten und das wird auch hier gehen braucht dann halt nur gute intelligente Lösung.

00:21:29: Man muss bereit sein, diesen Transformationsprozess einzugehen.

00:21:32: Dazu muss man als Stadt bereit sein und auch als Unternehmen bereit

00:21:36: sein.".

00:21:37: Wahrscheinlich wird man als Staat ein höheres Maß an Flexibilität brauchen, auch mal Flächenumnutzungen zuzulassen.

00:21:43: Das ist momentan eben noch relativ restricted – also Office to Living sozusagen.

00:21:48: Also es auch möglich machen das in früheren Bürogebäuden Wohnen zugelassen wird, dass auch in früherer Industrieparts vielleicht Wohnen zugelassen werden.

00:21:56: Dann sind wir dann beim Thema Regulierung.

00:21:57: Es ist eine andere Debatte aber da müssen unsere Städte auch transformationsfähiger werden wenn du so willst.

00:22:02: Gibt es dafür gute Beispiele oder schon erste Beispiele wo das gut zusammenspielt?

00:22:06: Zollverein ist für mich auf jeden Fall mal ein gutes Beispiel, wo wirklich aus einem Industrieareal was Neues gemacht wurde.

00:22:13: Ich weiß das BMW künftig auch damit planen.

00:22:16: Ich weiss aber jetzt nicht wie im Zuge der schwierigen Zeiten der Plan momentan aussieht.

00:22:20: Aber das sieht in des alte Werk, Stammenwerk in München stärker in die Nachbarschaft integrieren und öffnen wollten.

00:22:26: Da gibt es auch von Rem Kohlhass und Dreiecks-N Architekten einen Plan, der irgendwann wahrscheinlich auch umgesetzt wird.

00:22:32: Also Unternehmen lernen dadurch auch dazu Die Trennung zwischen Office, Industrie und Wohnen auch ihrerseits stärker aufzugeben.

00:22:40: Und das Thema Werkswohnen.

00:22:42: Wir haben eine große Tradition von Unternehmen die Werks-Wohnungen für ihre Mitarbeitenden bauen.

00:22:47: Ich glaube dass wird zumindest in der Immobilienbranche gerade diskutiert hat man das wieder auch stärker forciert.

00:22:51: Die nach einem spannenden Gedanken oben im Zylinder ein Pentos einzurichten was man dann beziehen kann.

00:22:59: Vielen Dank Alex!

00:23:01: Das war Alexander Gutzmer, Professor an der Quadriga Hochschule und Experte für Corporate Architecture.

00:23:06: Vielen Dank für das Gespräch!

00:23:07: Sehr gerne!

00:23:12: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, freuen wir

00:23:14: uns über Feedback auf den üblichen Kanälen – und darüber, dass Sie diesen Podcast abonnieren.

00:23:20: Und natürlich auch über Vorschläge für Themen und für weitere spannende Köpfe aus der Branche die wir einladen sollten.

00:23:29: Aktuelle Berichterstattung gibt es auf kom.de und

00:23:33: im KOM-Magazin.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.